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Wenn zwei sich treffen und der Penis das Wort hat

Ich bin mir der Wirkung von Überschriften bewußt. Nicht bewußt war ich mir der Wirkung von One-Night-Stands auf zeitweilig nicht ganz so potente Männer. Die Überschrift ist im Grunde irreführend. Richtigerweise müßte sie heißen: wenn der Penis das Wort hat und zwei sich treffen. Man könnte statt Penis auch Vagina sagen, sollte man auch, ist aber nicht richtiger als das Andere, kommt auf’s Gleiche. Nur, Geschlechtsorgane, davon möchte man nun wirklich nichts hören, wenn’s um Sex geht. Lasst uns also von Trieben sprechen. Das klingt nun so, als würde ein frustrierter Verkehrsteilnehmer einen unglücklichen Zusammenstoß auf das Vorhandensein von Autos zurückführen wollen. Das kann man machen, ist meines Wissens auch nicht direkt verkehrt, trotzdem bleiben Beulen. Eiterne Beulen. Nichts schönes. Überhaupt nicht sexy. Sexy zu sein, ist übrigens etwas, das mit Sex überhaupt nichts zu tun hat. Wieso sonst, würde man mit einem Menschen, der sexy ist, im Bett sein und keinen hoch bekommen? Sollte man vielleicht weniger saufen und rauchen? Das kann doch keine Lösung sein. Morgen ist auch noch ein Tag. Morgen bist Du auch noch sexy. Nein, nein, die Zeit läuft. Für One-Night-Stands gibt es klare Regeln, die kannst Du in jeder Neon-Ausgabe nachlesen. Der nächste Tag ist zu vermeiden und die Morgenlatte macht es nicht besser. Gelassenheit? Leg das Heft beiseite, mach das Buch zu, stell den Fernseher ab und mach die Musik aus, dann merkst Du, wie gelassen Du bist. Es muss jetzt zur Sache gehen. Sonst muss man reden. Und reden ist auch nur Vorspiel ohne anfassen. Das könnte eine gute Sache sein, ist es aber nicht. Weil von vorn herein schon alles klar ist. Es ist völlig klar, was der Mensch ist und dass der Andere auch nichts Anderes sein kann: Fleisch, dass sich nach Fleischeslust zehrt. Darüber hinaus? Was soll da sein? Wer das nicht einsieht, der gehört irgend einer komischen Sekte an, hat nicht alle Tassen im Schrank, oder kriegt einfach keinen hoch. Ich gehöre ja der – mittleren Fraktion an, der Tassen-Fraktion. Es ist sehr interessant, nicht alle Tassen im Schrank zu haben, denn man ist immer am suchen. Wer meint, er hätte alle Tassen im Schrank, der sollte mal genauer hinsehen. Aber was soll das bloß? Man muß es sich doch nicht komplizierter machen, als es ist. Man nimmt eben eine neue Tasse. Fertig. Schau: hier bin ich und da bist Du. Hier bin ich zu Ende und da fängst Du an. Was soll dazwischen sein? Luft natürlich. Moleküle und so weiter, Atome. Aber das täuscht. Welten sind das. Du bist eine Welt und ich bin eine Welt. Und dazwischen Millionen andere. Kannst Du Dir erklären, wie man etwas anderem sein Leben zuwenden kann, als diesen Welten? Zeig mir Deine (Welt) – lass mich Dich ausfüllen.